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Ausgabe Nr. 70 vom 3. - 16. September 2008
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Der Nationalpark Garajonay lässt das Herz eines jeden Natur- und Wanderfreundes höher schlagen. Auf alten Guanchenpfaden kann man nach Herzenslust wandern, und diese Erlebnisse hinterlassen unvergessliche Eindrücke.
Nicht in den Talausläufern, wo sich im Süden in Santiago und Valle Gran Rey das touristische Leben abspielt, wird der Besucher La Gomera entdecken. Nein, er muss wirklich hinauf in die Bergdörfer – und am besten zu Fuß. Von dort aus gesehen macht die Insel einen eher unwirtlichen Eindruck. Aber die wildzerklüftete Landschaft bietet in ihren winkeligen Tälern unentdeckte Naturschönheiten.
Mit dem Abstieg in die Täler wird das Klima mild, ausgeglichen und warm. Im Winter um die 20°C, im Sommer selten höher als 26°C. Hier wird seit Jahrhunderten Ackerbau und Viehzucht betrieben. Da der Regen nicht ausreicht durchziehen Bewässerungskanäle die Täler, um die auf den eigens für den Anbau errichteten Terrassen angepflanzten Kartoffeln, Bananen und andere Obst- und Gemüsesorten zu bewässern.
Im Tal des großen Königs – Valle Gran Rey – werden überwiegend Bananen für den Export angebaut. Hier ist auch – neben Santiago und der Inselhauptstadt San Sebastián – das touristische Zentrum der Insel. Viele Appartements, der Strand mit seinem schwarzen, vulkanischen Sand und eine Vielzahl von Restaurants lassen es den sonnenhungrigen Touristen zu jeder Jahreszeit wohlergehen.
Die Einwohner auf La Gomera sind ihrer ursprünglichen Kultur treu geblieben. Esel und Ziegen gehören zum meist bäuerlichen Haushalt. Vielerorts töpfert die Bäuerin noch ohne Scheibe. Besonders berühmt sind die Töpferarbeiten der Ortschaft Chipude.
Sie sollten sich auch Zeit nehmen, den köstlichen Inselwein zu genießen, der hauptsächlich im Norden, in Vallehermoso und Hermigua angebaut wird. Eine Tapa von gebratenem Schweine- oder Ziegenfleisch gibt dazu die nötige Grundlage. Die berühmte Mojo-Sauce und Gofio geben dem Essen den richtigen Pfiff. Und Pfeifen ist sowieso eine Spezialität der Gomeros. „El Silbo“, die berühmte Pfeifsprache, heute leider meist durch das Telefon verdrängt, funktioniert teilweise noch in den abgelegenen Tälern, wo Juana ihrer Freundin María pfeifend die neuesten Inselnachrichten erzählt.
Auch Vegetarier kommen auf La Gomera auf ihre Kosten. Eine Vollwertkost-Pension in Hermigua – „Casa Creativa“ – bietet vegetarische Küche aus heimischem Obst- und Gemüseanbau und im Terrassencafé hausgemachte Kuchen und leckeren Imbiss. Voranmeldung bitte unter 922 88 10 23.
Was auf La Gomera an Organisation fehlt, wird durch Improvisation wettgemacht. Der Gomero ist ein Meister darin und zaubert alles in den hellen Tag hinein, wenn er will. Wenn nicht, dann geht nichts mehr, auch kein Strom.

FÄHR- UND FLUGVERBINDUNGEN
Zwischen Teneriffa und La Gomera gibt es gute und häufige Schiffsverbindungen.
Die Schnellfähre „Benchijigua Express“ der Reederei Fred.Olsen verbindet die Häfen von San Sebastián auf La Gomera und Los Cristianos auf Teneriffa sechsmal am Tag in nur 30 Minuten und hat Kapazität für 960 Passagiere und rund 200 Fahrzeuge.
Die Abfahrtszeiten sind: ab San Sebastián um 7.00, 09.00 und 12.00 (Freitag), 13.30 (Fähre Barlovento), 16.30 und 18.30 Uhr. Ab Los Cristianos um 08.00, 10.00, 12.00 (Fähre Barlovento), 15.30, 17.30 und 20.30 Uhr.
Eine weitere Schnellverbindung zwischen beiden Inseln bietet die „Garajonay Express“, die folgende Fahrpläne und Routen hat:
Valle Gran Rey – Playa Santiago: 06.45, 10.50 und 17.10 Uhr.
Playa Santiago – Valle Gran Rey: 10.05, 15.15 und 20.40 Uhr.
Valle Gran Rey – San Sebastián: 6.45, 10.50 und 17.10 Uhr.
San Sebastián – Valle Gran Rey: 09.45, 14.55 und 20.20 Uhr.
Valle Gran Rey – Los Cristianos: 6.45, 10.50 und 17.10 Uhr.
Los Cristianos – Valle Gran Rey: 08.45, 13.55 und 19.20 Uhr.
Playa Santiago – San Sebastián: 07.15, 11.15 und 17.35 Uhr.
San Sebastián – Playa Santiago: 09.45, 14.55 und 20.20 Uhr.
Playa Santiago – Los Cristianos: 07.15, 11.15 und 17.35 Uhr.
Los Cristianos – Playa Santiago: 08.45, 13.55 und 19.20 Uhr.
San Sebastián – Los Cristianos: 07.35, 11.40 und 18.00 Uhr.
Los Cristianos – San Sebastián: 08.45, 13.55 und 19.20 Uhr.
Die Fähre der Reederei Naviera Armas fährt an folgenden Tagen:
Von Los Cristianos nach San Sebastián: tägl. 08.30 Uhr. Mo-Fr 14.00 u. So 19.15 Uhr.
Von San Sebastián nach Los Cristianos: tägl. 17.00 Uhr. Mo-Fr 11.45 Uhr.
Angeflogen wird La Gomera von Teneriffas Nordflughafen aus mit der regionalen Fluglinie Binter Canarias.
Teneriffa-La Gomera: tägl. 08.40 (Ankunft 09.15 Uhr) und 15.45 (Ankunft 16.20 Uhr).
La Gomera-Teneriffa: tägl. 08.40 (Ankunft 09.15 Uhr) und 15.45 (Ankunft 16.20 Uhr).

BADESTRÄNDE
San Sebastián:
Schwarzer Sandstrand gegenüber dem Hafen. Die Hafenmole bietet bei jedem Wetter ausreichend Schutz. Playa de la Cueva: Kiesstrand hinter dem Tunnel. Playa de Avalo: Kiesstrand, 7 km außerhalb des Ortes.
Hermigua: Zwei Meerwasser-Schwimmbecken am Santa Catalina-Strand, da das Baden im Meer fast immer zu gefährlich ist. Playa de la Caleta: Sand-Kiesstrand, 7 km außerhalb, im Winter teilweise gefährlich.
Vallehermoso: Meerwasserbecken direkt oberhalb vom Strand, da Baden im offenen Meer zu gefährlich ist.
Alajeró: Schöner schwarzer Sandstrand, jedoch im Herbst und Winter wegen des Wellengangs sehr gefährlich.
Valle Gran Rey: Playa de la Calera: schwarzer Sandstrand mit teilweise hohem Wellengang. Playa del Inglés: Kiesstrand mit stärkerem Wellengang. Playa del Charco, auch „Baby-Beach“ genannt: eine seichte, sandige Lagune, besonders auch für Kinder und nicht allzu geübte Schwimmer geeignet. Playa de Vueltas: feiner schwarzer Sandstrand, geschützt beim Hafenbecken gelegen. Playa de las Arenas: Kiesstrand an der Mündung des Barranco de Argaga.
Santiago: Kiesstrand, im Schutz der Hafenmauer relativ gefahrlos. Playa del Medio: relativ geschützter Kiesstrand.

Sehenswert ist auch die Steilküste Los Organos: An der Nordspitze der Insel und nur auf dem Seewege erreichbar befinden sich Los Organos, überdimensionale Orgelpfeifen aus Basalt, die majestätisch aus dem Meer herausragen.

WANDERUNGEN
Ganz speziell für Wanderfreunde hat der Goldstadt-Verlag die 46 schönsten Wanderungen beschrieben und eine aktuelle Wanderkarte herausgegeben.
Eine neue Sehenswürdigkeit auf La Gomera ist das „Castillo del Mar“. Im Juni 2002 eröffnete der Fotograf Thomas Müller, der seit vielen Jahren auf der Insel lebt, das „Castillo del Mar“ in Vallehermoso. Ein ganzes Jahr harter Arbeit und die Hilfe vieler fleißiger Hände und größere und kleinere Sponsoren waren erforderlich, um dieses Projekt fertigzustellen, das eine alte Bananenpackerei in ein Kulturzentrum verwandelte. Unter anderem finden hier ständig wechselnde Ausstellungen einheimischer und internationaler Künstler statt. Geplant sind auch Konzerte mit bekannten Folkloregruppen der Insel.
Weitere Infos erhalten Besucher in den Tourismusbüros von San Sebastián de La Gomera, in der Calle Real 4, Tel. 922 14 15 14 oder 922 87 02 81, von Valle Gran Rey, Tel. 922 80 54 58 sowie im Tourismusbüro von Playa Santiago, Telefon 922 89 56 50.




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