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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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Unverschämtes Vorgehen einer Klinik auf Teneriffa



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09.08.2008 - - Meine 90-jährige Mutter lebt seit vielen Jahren auf Teneriffa. Seit einiger Zeit wird sie in einem Seniorenheim gepflegt. Sie leidet an starker Demenz und muss intensiv betreut werden. Am 22. Juni, einem Sonntagabend, erhielt ich einen Anruf der Heimleitung. Meine Mutter sei gestürzt und habe sich dabei den Oberschenkelhals gebrochen. Dieses sei die Auskunft der USP-Klinik in Adeje, wohin man sie verbracht habe. Für Aufnahme als Notfall und Röntgenbilder habe man sofort Vorkasse in Höhe von 500 Euro geleistet.
Von der Klinik erhielt ich die Auskunft, dass meine Mutter schnellstens operiert werden müsse. Ich wurde aufgefordert, sofort 15.000 - 18.000 Euro Vorkasse deswegen zu leisten. (Meine Mutter ist privat versichert, muss jedoch für Krankenhausbehandlung zu­nächst in Vorlage treten.) Ich wies darauf hin, es sei Sonntagabend, keine Bank habe geöffnet, und niemand habe eine solche Summe normalerweise in bar bei sich liegen. Sodann sagte man mir, wenn meine Mutter im Fall der Nichtzahlung woanders operiert werden müsse und die Nacht über in der Klinik bleiben wolle, seien 1.000 Euro hierfür zu bezahlen.
Dieses Vorgehen der Klinik empfand ich als unverschämt. Ich wies darauf hin, dass meine Mutter vor einigen Jahren in dieser Klinik schon einmal eine Operation wegen eines Armbruchs im wahrsten Sinn des Wortes „erleiden“ musste: Das Pflegepersonal hatte gewusst, dass diese Patientin an Demenz leide. Dennoch habe man ihr Essen und Trinken nur hingestellt, statt es ihr darzureichen. Sie selbst konnte es ja nicht. Das Unangerührte wurde dann einfach wieder abgeräumt. Ich bemerkte es erst bei einem Besuch, als ich meiner Mutter zu Trinken gab und sie eine ganze Flasche Wasser benötigte. Sie war völlig ausgetrocknet und wäre fast deswegen gestorben.
Ich bat die Klinik, einen Ambulanzwagen zu rufen und in der Hospiten Klinik Rambla, Santa Cruz, anzurufen, dass meine Mutter als Notfall dort eingeliefert werden müsse. Bei Ankunft dort war die Klinik nicht informiert, was wertvolle Zeit und Mühe kos­tete. Am nächsten Tag wurde meine Mutter dort operiert. Man gab mir ausreichend Zeit, das Geld für die Operation zu beschaffen. Meine Mutter wurde bei Hospiten hervorragend operiert und in einem Einzelzimmer entsprechend ihrer Demenz betreut. Für Operation und 5 Tage Krankenhausaufenthalt wurden 8.000 Euro berechnet. Das war die Hälfte des Preises, den die USP-Klinik in Adeje verlangte.
Ich schreibe diesen Brief, um sowohl die ausgezeichnete Leistung von Hospiten Rambla, als auch das Verhalten der USP Klinik Adeje öffentlich zu machen. Wie die USP Klinik Adeje sich hier verhalten hat, ist eines großen Krankenhaus­unternehmens und der medizinischen Zunft insgesamt unwürdig. Es muss angeprangert werden. Ihre Leserinnen und Leser mögen ihre Schlüsse daraus ziehen.

Gisela Wouters
Arona
    








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