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Ausgabe Nr. 74 vom 5. - 18. November 2008
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Das Astrophysikalische Institut Potsdam stellte auf Izaña die Zwillingsteleskope STELLA vor

Den Sternen ein Stück näher kommen

Am 18. Mai wurde im Observatorium von Izaña auf Teneriffa eine Weltneuheit präsentiert. Die robotischen Zwillingsteleskope STELLA I und STELLA II, eine Entwicklung des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP) in Zusammenarbeit mit dem kanarischen Partner IAC (Instituto de Astrofísica de Canarias), wurde vorgestellt und seine Aufgaben erläutert.

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Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier (l.) und Francisco Sánchez im Innern des STELLA-Gebäudes vor einem der Teleskope.
Galerie© EFE
Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier (l.) und Francisco Sánchez im Innern des STELLA-Gebäudes vor einem der Teleskope.
29.05.2006 - Teneriffa - Die Projektpräsentation erfolgte durch Prof. Dr. Klaus G. Strassmeier, STELLA-Gesamtprojektleiter und Direktor des AIP, und IAC-Direktor Francisco Sánchez. Strassmeier wies auf die hervorragenden Bedingungen hin, die dieses Projekt auf Teneriffa vorfindet. Die Insel sei der ideale Ort für Beobachtungen mit diesen Teleskopen. Francisco Sánchez bezeichnete das Projekt STELLA als vorzügliches Beispiel für die Zusammenarbeit deutscher und spanischer Astronomen und betonte: „Wir sind sehr glücklich über die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen“.

Vollautomatisches und
intelligentes Observatorium


STELLA ist ein selbstständig agierendes Observatorium mit zwei vollautomatischen 1,2 m Spiegelteleskopen, die robotisch betrieben werden, also selbstständig arbeiten und überdies ähnlich einer künstlichen Intelligenz lernfähig sind.
Das STELLA-Projekt begann 1998 und wird heute vom AIP in Potsdam in Kooperation mit dem IAC auf Izaña betrieben. Der erste robotische Betrieb von einem der beiden Teleskope, dem STELLA-I, fand im April dieses Jahres statt. Dabei gab es zwischendurch auch Probleme zu bewältigen, wie aus einer Pressemitteilung des AIP hervorgeht. Würmer hätten sich in der menschenleeren Sternwarte eingenistet und seien dort verendet. Mit Hilfe von Chemikalien sei das Problem jedoch gelöst worden. Ein weiteres Hindernis stellten die häufigen Stürme auf den Bergen Teneriffas dar, die dem STELLA-Gebäude einigen Schaden zufügten. Daraufhin wurde ein Kontrollsystem installiert, das mittels Sensoren Umweltparameter wie z.B. Luftfeuchtigkeit fünf Minuten in die Zukunft vorhersagt, und STELLA so im Fall eines herannahenden Sturms die Dachhälften schnell schließen kann. Alles vollautomatisch, wie von Geisterhand.
Ziel von STELLA ist das Auffinden von Sonnen, die unserer ähnlich sind sowie von erdähnlichen Planetensystemen. Dabei ist STELLA als robotisches Teleskop insbesondere geeignet, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bei Vorübergängen von Sternen zu entdecken.
Prof. Strassmeier erklärte: „Weltweit einmalig ist die Kombination von hochpräziser Weitfeldphonometrie und hochaufgelöster optischer Spektormetrie. Beide Teleskope können gleichzeitig dasselbe Objekt aufnehmen und davon ein Spektrum mit Radialgeschwindigkeiten und ein hochaufgelöstes Foto liefern.“
Durch den robotischen Betrieb der Teleskope werden eine sehr hohe Flexibiliät und Datenausbeute erreicht, denn die Steuerungssoftware entscheidet anhand einer Liste von Objekten selbst über den Beobachtungsplan. Die Sternwarte und deren Wetterstation arbeiten komplett selbstständig und liefern die Beobachtungsdaten direkt nach Potsdam. Das STELLA-Gebäude wird von außen von einer Web-Kamera ständig beobachtet. Bilder können unter www.aip.de/stella von jedem Interessierten abgerufen werden.
Die Beobachtungszeit von STELLA teilen sich deutsche, spanische und internationale Wissenschaftler zu ungleichen Teilen. 75% der Zeit wird dem Astrophysikalischen Institut Potsdam zustehen, 20% den Astrophysikern des IAC und 5% dem Internationalen Wissenschaftlichen Ausschuss.








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