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Ausgabe Nr. 75 vom 19. November - 2. Dezember 2008
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In Puerto de la Cruz nimmt die Fischereitätigkeit immer mehr ab

Die letzten Fischer?

Stirbt das Fischereigewerbe in Puerto de la Cruz langsam aus? Die Fischereigenossenschaft „Gran Poder de Dios“ zählt nur noch 44 aktive Mitglieder, sprich Fischer und 29 Boote. Das Gewerbe droht aus dem ehemaligen Fischerort im Norden Teneriffas, der sich in den letzten Jahrzehnten mit dem Tourismusboom zum Urlauberort gewandelt hat, vollends zu verschwinden.

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Die Fischer sind eine vom Aussterben bedrohte Zunft, zumindest in Puerto de la Cruz, wo sie seit vielen Jahren auf den Ausbau des Hafens warten. Der allerdings lässt auf sich warten.
Galerie© Moisés Pérez
Die Fischer sind eine vom Aussterben bedrohte Zunft, zumindest in Puerto de la Cruz, wo sie seit vielen Jahren auf den Ausbau des Hafens warten. Der allerdings lässt auf sich warten.
10.08.2008 - Teneriffa - 26 der 44 Mitglieder der Fischereigenossenschaft sind Bootseigentümer und nur 18 sind Fischer. Fast alle sind schon über 40 und der Nachwuchs interessiert sich herzlich wenig für den traditionellen Wirtschaftszweig. In den letzten Jahren sind etwa ein Dutzend Fischer in den Ruhestand gegangen, und nur ein junger Zwanzigjähriger hat es gewagt, seine berufliche Laufbahn in diesem Sektor zu starten. Die Fischerzunft klagt, dass die Rechnung schon lange nicht mehr aufgeht, und die Wilderei, das Fehlen von Zuschüssen und das fortwährende Hinausschieben des Baubeginns am neuen Hafen die Lage noch erschweren.

Um Fischer zu werden, muss man mindestens 10 Prüfungen bestehen

Carlos Carrillo, 52, Vorsitzender der Fischerzunft „Gran Poder de Dios“ glaubt deshalb, dass ohne entscheidende Veränderungen im traditionellen Fischfang dieses Gewerbe spätestens in 20 Jahren aussterben wird. Auch Salvador González, 45, Sprecher der Fischer, ist dieser Meinung. Nicht nur die harte körperliche Arbeit schrecke die Jugend ab, berichten sie. Auch die bürokratischen Hürden seien im Weg. „Bevor ein Junge in ein Boot steigen kann, muss er in Santa Cruz mindestens zehn Prüfungen ablegen“, klagt Salvador González.
Die Schwierigkeiten liegen an Land. Carrillo und González berichteten der Zeitung „El Día“, dass sie im letzten Jahr sogar mehr Fisch gefangen, durch die Wilderei und den illegalen Verkauf jedoch weniger Umsatz gemacht haben.
Die Fischer von Puerto de la Cruz verdienen ihren Lebens­unterhalt überwiegend mit kleinen Booten von vier bis sechs Metern. Nur fünf Boote sind über sieben Meter lang, weshalb die meisten Fischer nicht weiter als drei Meilen hinausfahren. Sie arbeiten mit Korbreusen, Schnurrewaden und Angeln, und ihre Beute sind vor allem Viejas (Papageienfisch), Camarones (kleine Shrimps), Muränen, Meerbrassen, Stöcker und Pejeperro. Einige wenige fischen auch Chicharros (Sardinenart), Makrelen und Sardinen.

Schaden durch Wilderer

Die Fischerzunft von Puerto de la Cruz betreibt eine nachhaltige und umweltgerechte Bewirtschaftung der Fischbestände, während die Wilderer mit Tauchanzügen und Harpunen bewaffnet die Fischgründe plündern oder von Schiffen aus die verbotenen Trammelnetze auswerfen. Diese Fischereipiraterie schadet nicht nur der lokalen Fischerzunft, sondern fügt der Umwelt erheblichen Schaden zu. Die Fischer klagen über unzureichende Kontrollen. „Entweder sind die Kontrolleure inkompetent oder zu wenige, denn es kann nicht weiter geduldet werden, dass so viel illegal erbeuteter Fisch in den Handel gelangt. Es würde schon ausreichen, die Anlegeplätze stärker zu überwachen und jeden Fang zu kontrollieren“, klagt Salvador González.








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