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Ausgabe Nr. 74 vom 5. - 18. November 2008
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Zwischen Afrika und den Kanarischen Inseln spielt sich eine Tragödie ab

Über 3.000 Ertrunkene in sieben Monaten

Sie haben Namen und eine Vergangenheit, doch keine Zukunft mehr. Die mehrere tausend Menschen, die bei ihrem Fluchtversuch vom afrikanischen Kontinent nach Europa ums Leben gekommen sind. Auf ihren Gräbern auf kanarischen Friedhöfen steht „Immigrant“ und vielleicht eine Nummer. Ihre Familien in der Heimat werden nie von ihrem Schicksal erfahren.



Sie setzen das Leben ihrer Kinder aufs Spiel, denn ihnen bleibt nichts anderes als die Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.
Galerie© EFE
Sie setzen das Leben ihrer Kinder aufs Spiel, denn ihnen bleibt nichts anderes als die Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.
09.07.2006 - Kanarische Inseln - Sie werden denken, sie melden sich nicht, weil es ihnen zu gut im goldenen Europa geht. So denkt man in Afrika.
Der Verband für Menschenrechte von Andalusien, Apdha, schätzt, dass in den letzten sieben Monaten 3.000 Afrikaner bei dem Versuch, die kanarische Küste zu erreichen, gescheitert und ertrunken sind. Verbandspräsident Rafael Lara macht die Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero für diese menschliche Tragödie verantwortlich und bedauert, dass die Sozialisten keinen Kurswechsel in der Migrationspolitik bewirkt haben. „Die Regierung hätte Änderungen durchführen müssen, um andere Lösungen für die Grenzkontrolle und Gesetze zu finden, die die illegale Einwanderung in der Praxis verhindern.“ Das Resultat sei, so Lara, dass die Szenarien der Tragödie von Cádiz nach Granada und Almeria, später nach Ceuta, Melilla und Marokko und noch später nach Mauretanien und Senegal umgezogen sind. Die Routen werden immer länger und immer gefährlicher, gleichzeitig auch immer billiger wegen der größeren Boote und der geringeren Einmischung der Menschenhandelmafia, was nach Ansicht von Rafael Lara zu einem „Genozid unkalkulierbarer Ausmaße“ geführt hat, und die Zahl der Toten ähnlich hoch ist wie bei Naturkatastrophen.
Das letzte bekannte Unglück ereignete sich Ende Juni an der marokkanischen Küste. An einem Strand, etwa 200 km nördlich von El Aaiún, lagen drei Leichen im Sand, berichtete die marokkanische Polizei. 13 weitere Menschen werden bis heute vermisst, doch auch sie sind vermutlich ertrunken. Nur einer der 17 Insassen des Flüchtlingsbootes überlebte. Er berichtete, dass der starke Seegang in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni das unsichere Boot zum Kentern brachte. Marokkanischen Quellen zufolge handelte es sich bei allen 17 Flüchtlingen um Marokkaner aus der Region um Tan Tan.






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