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Ausgabe Nr. 74 vom 5. - 18. November 2008
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Urteil der Wetterexperten: „Keine Folge des Klimawandels“

Azorenhoch verdirbt uns den Sommer

Nebel und Schauer mitten im Sommer an der Nordseite der Inseln, das scheint nicht mehr normal. Doch das ist nach der Meinung von Wetterexperten kein seltenes Phänomen und keinesfalls eine Folge des Klimawandels. Schuld an der dicken Wolkendecke, die schon seit Wochen der Sonne keine Chance gibt ist das Azorenhoch, das sich in diesem Sommer weiter im Norden postiert hat und es den Passatwinden ermöglicht, Wolken zu den Kanaren zu transportieren.

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Ganz besonders von den widrigen Wetterverhältnissen betroffen ist der Weinbau.
Galerie© Moisés Pérez
Ganz besonders von den widrigen Wetterverhältnissen betroffen ist der Weinbau.
22.07.2007 - Kanarische Inseln - Das hat kürzlich sogar dazu geführt, dass der Nordflughafen von Teneriffa geschlossen werden musste, über dem eine Wolkendecke in 600 m Höhe über dem Meer lagerte.
Für Pino Dominguez vom Meteorologischen Zentrum der Kanaren, bilden sich Wolken in mittleren Höhenlagen an der Nordseite der Inseln während im Süden die Sonne scheint. Diese Situation tritt immer dann ein, wenn das Azorenhoch weit im Norden liegt. Würde es in der Höhe von Afrika liegen, wäre das Wetter trocken und die Winde wesentlich wärmer. Doch weil das nicht der Fall ist, wird die Bewölkung noch eine Weile andauern.
Auch der Kanarische Verband der Meteorologen, dem zahlreiche Wissenschaftler angehören, die dieses Phänomen studiert haben, hält die derzeitige Wetter-Situation nicht für außergewöhnlich. Juan Antonio Santana, einer ihrer Sprecher für die Insel Gran Canaria erklärte vor der Presse: „Es ist nicht das erste Mal dass wir diese Wetterlage haben, wenn die Passatwolken die unteren Luftschichten besetzen. Dann regnet es von der Hauptstadt bis nach Jinamar und Cueva Grande und die Leute bevölkern die Schwimmbäder im Süden und Südwesten der Insel. Das hat jedoch nichts mit dem Klimawandel zu tun“.
Das ungewöhnliche Sommerwetter, das derzeit auf den Inseln herrscht, ist auch an der Landwirtschaft nicht spurlos vorüber gegangen. Einige sind mit dem feuchten Wetter sehr zufrieden, andere beklagen sich über Schäden an ihren Kulturen. So freut sich ein Gemüsebauer über seine Rekordernte an Blumenkohl und anderen Gemüsesorten, die bei normalem Sommerwetter mit reichlich Sonnenschein nicht möglich gewesen wären. Dagegen klagen die Winzer, dass das feuchte Klima äußerst schädlich für die Weintrauben ist. Die Winde treiben die Wolken über die Weinkulturen, die in dieser Jahreszeit eigentlich reichlich Sonne benötigen um zu reifen.






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