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Ausgabe Nr. 77 vom 17. Dezember 2008 - 6. Januar 2009
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Home > Kanarische Inseln > Nachrichten > Umwelt > Stopp für Palmentransport auch zwischen den Inseln

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„Picudo rojo“-Käfer hält Landwirtschaftsressort in Schach

Stopp für Palmentransport auch zwischen den Inseln

Das Landwirtschaftsressort der kanarischen Regierung hat ein Verbot gegen den Transport von Palmen zwischen den Inseln erlassen. Nachdem im Januar der Import von Palmen per Ministerialerlass verboten wurde, greift die Regionalregierung nun noch härter durch und untersagt den Verkehr von palmenartigen Gewächsen auch zwischen den Inseln.

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Rhynchophorus ferrugineus (auf den Kanaren bekannt als „picudo rojo“): Der so genannte Palmrüssler ist ein Insekt, das aus Südostasien durch Importe nach Europa eingeführt und erstmals 1994 in Granada in Spanien festgestellt wurde.
Galerie© EFE
Rhynchophorus ferrugineus (auf den Kanaren bekannt als „picudo rojo“): Der so genannte Palmrüssler ist ein Insekt, das aus Südostasien durch Importe nach Europa eingeführt und erstmals 1994 in Granada in Spanien festgestellt wurde.
23.02.2006 - Kanarische Inseln - Der Grund ist eine weitere Ausbreitung der Plage des „picudo rojo“, die schon die Palmenhaine von Motril und Elche auf dem spanischen Festland befallen hat. Mittlerweile ist der Schädling auch auf die Kanaren gelangt und nistet sich mit Vorliebe in den endemischen kanarischen Palmen ein.
Nachdem auf Fuerteventura bereits über 50 Palmen gefällt werden mussten und auch auf Gran Canaria weitere 18 stark befallene Exemplare verbrannt wurden, um eine Ausbreitung der Plage zu verhindern, wurden jetzt weitere Maßnahmen ergriffen. Allerdings scheint der Schädling sich schneller fortzubewegen als die regionalen Behörden es tun, und er ist allen Maßnahmen sozusagen einen Schritt voraus. Immer mehr Palmen fallen dem hartnäckigen Käfer zum Opfer. Das Cabildo von Fuerteventura hat vor wenigen Tagen gemeldet, dass weitere 20 Exemplare befallen zu sein scheinen.
In der Verbotsverordnung erinnert das Landwirtschaftsressort an die Bedeutung der kanarischen Palmen, die sich als einzige endemische Spezies Spaniens in großer Gefahr befinden. Die Phoenix canariensis findet man auf dem gesamten Archipel, aber auch in den von der Unesco zu Biosphärenreservaten erklärten Gebieten auf Gran Canaria, El Hierro, La Palma und Lanzarote.
Die Lage ist äußerst besorgniserregend, denn fast täglich werden neue Palmen entdeckt, die von der Plage befallen wurden.
Während einer Tagung auf Gran Canaria bestätigte die aus Israel – wo ebenfalls gegen die Plage gekämpft wird – angereiste Expertin Victoria Soroker, dass die Palmrüssler-Plage eine weltweite Bedrohung darstellt. Sie wies auf drei Aspekte hin, die diese Plage so gefährlich machen und sie von anderen unterscheiden: Erstens beschädigt der Palmrüssler die Palme nicht nur, sondern er vernichtet sie. Zweitens ist der Befall anfangs nicht sichtbar und daher schwer festzustellen, und drittens ist die Behandlung einer erkrankten Palme sehr komplex.

Umweltschützer fordern Abholzung von 13.000 Dattelpalmen

Die Umweltschutzorganisation Ben Magec hat unterdessen die Abholzung von mehr als 13.000 Dattelpalmen auf dem Archipel gefordert, um die kanarischen Palmen vor der Plage zu bewahren. Die Ökologen befinden, dass die Dattelpalmen geopfert werden müssen, wenn davon das Fortbestehen der endemischen Art abhängt. Außerdem fordert Ben Magec von der Regierung 10 Millionen Euro für die Schädlingsbekämpfung. Die Organisation moniert, dass die Regionen Valencia und Andalusien in den „Nationalen Plan zur Bekämpfung des picudo rojo“ aufgenommen wurden und etwa 200 Techniker in diesen Gebieten im Einsatz sind, während die Kanarischen Inseln nicht in diesem Plan Aufnahme fanden. Sie bemängeln, dass der Ernst der Lage offensichtlich unterschätzt wird. „Auf Fuerteventura hieß es noch im Dezember, dass zwei Exemplare befallen seien, kurz darauf war die Rede von 50, jetzt von 200 befallenen kanarischen Palmen“, beklagt Ben Magec-Sprecher Esteban Franquiz. Er versicherte, dass die natürlichen Palmenhaine von Fuerteventura in großer Gefahr sind, „weil tausende Palmen befallen sind“.

Rhynchophorus ferrugineus (auf den Kanaren bekannt als „picudo rojo“): Der so genannte Palmrüssler ist ein Insekt, das aus Südostasien durch Importe nach Europa eingeführt und erstmals 1994 in Granada in Spanien festgestellt wurde, wo tausende Palmen befallen wurden. Das Insekt sucht sich mit Vorliebe Palmen der Spezies Phoenix, darunter die Kanarische Dattelpalme Phoenix canariensis und die Echte Dattelpalme Phoenix dactylifera, aus. Die zwei bis fünf Zentimeter langen Käfer bahnen sich einen Weg ins Innere des Palmenstammes und fressen Tunnel von bis zu 1 m Länge aus. Diese Galerien gehen von der Krone aus und verästeln sich im Stamm. Die Palmenblätter werden von der Mitte aus strohgelb und sterben nach und nach ab, so dass die Palmenkrone innerhalb weniger Wochen komplett abgestorben ist. Die durch die Larven und Käfer verursachten Schäden werden erst sehr spät sichtbar, wenn die Palme meist nicht mehr zu retten ist.                           








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