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Ausgabe Nr. 77 vom 17. Dezember 2008 - 6. Januar 2009
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Ein guter Weg?





22.12.2007 - - Insel des ewigen Frühlings! Aber bleibt sie auch Insel der zufriedenen Gäste? Der Tourismus boomt, Sonnenhungrige aus aller Welt zieht es vor allem in den trüben Monaten in die Hotels und Ferienappartements von Puerto de la Cruz bis Las Americas. Menschen mit viel Zeit erlauben sich den Luxus, den überwiegend feuchten, nasskalten Winter Deutschlands mit den wärmenden Sonnenstrahlen des spanischen Eilands für lange Zeit zu tauschen.
Wir waren glücklich über 14 Tage mitten im November an der Costa Adeje und freuten uns unter anderem auf die gute Küche im unweit gelegenen La Caleta - hatten wir sie doch in allerbester Erinnerung!
„Celso“ war das Restaurant, in dem wir, zuvorkommend bedient,  die frischesten Fische und knackiges Meeresgetier im vergangenen Jahr genossen hatten.
Es war ein Sonntag, ziemlich stürmisch, also steuerten wir einen Tisch im Inneren des Hauses an. Der Chef höchstpersönlich nahm unsere Bestellung auf. Muscheln, Meeresfrüchtesalat, eine Flasche Rosado, Mineralwasser,  zunächst ein kühles Bier. Unsere Flasche Wein war noch halbvoll, da stand der Chef an unserem Tisch. „Dessert?“ war seine etwas dürftig formulierte Frage. „Nein, danke“, unsere Antwort, schließlich hatten wir im Hotel Halbpension. Ohne ein weiteres Wort legte er mit Nachdruck knappe 20 Sekunden später die Rechnung auf den Tisch – die wir aufgrund unseres Weines noch gar nicht verlangt hatten. Immerhin 28.50 Euro bezahlten wir – und das in Spanien übliche Brot zum Essen mussten wir ebenfalls vermissen.
Wir haben Verständnis dafür, dass die Wirte auf Teneriffa auf das Geld der Touristen angewiesen sind. Wir erwarten aber auch, dass sie umgekehrt ihren Pflichten als Gastgeber nachgehen. Bei stetig wachsenden Preisen wird, wie wir in jüngster Zeit feststellen mussten, die Qualität des Gebotenen nicht besser, und auch die sprichwörtliche Liebenswürdigkeit der Bewohner Teneriffas  scheint sich dem schnellen Geldverdienen  unterzuordnen.
Vielleicht hilft es ja, wenn sich ein Hotel- und Gaststättenverband ähnlich wie in unserer Heimat am Bodensee, selbst Maßstäbe setzt und dafür sorgt, dass sich auch weiterhin jeder Gast auf der Insel willkommen fühlt. Sonne und Wärme gibt es nämlich auch anderswo.

Gisela-Felicitas Köhns
Bodensee









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