21.07.2007 - - Eigentlich ist es doch ein schöner Brauch, wie am vergangenen Samstag (23/06/07), im eigenen Garten oder auf dem eigenen Grundstück ein Feuer zu entzünden, um die bösen Geister in der kürzesten Nacht des Jahres zu vertreiben. Jedoch wenn dies zum Anlass genommen wird, sämtlichen Haus-, Sperr- und sonstigen Müll zu verbrennen, ist das Ganze nur noch halb so spaßig wie man vermuten könnte. Sogar die nah gelegene (illegale) Müllkippe, wo das ganze Jahr über viele Einwohner ihren Abfall (Autobatterien, Kühlschränke, alte Autoreifen usw.) abladen, wurde nicht verschont und brennt heute noch bzw. verqualmt die ganze Umgebung in Windrichtung. Passt doch auch zu dem Thema, dass der Ex-Vizepräsident der USA, Al Gore, dieser Tage die Inseln bereist, um für geringere CO2-Emissionen zu werben und den Interessenten die möglichen Folgen für die Zukunft der Kanarischen Inseln und für die Welt aufzuzeigen.
Davon abgesehen waren wir direkt betroffen, da meine spanischen Nachbarn eben auch die Gelegenheit genutzt und ihren gesamten Unrat aufgehäuft und angezündet haben. Da unser Haus in dieser Nacht genau in der Windrichtung (Stärke 4-5) lag, durften wir die ganze Nacht etliche Schadstoffe einatmen (obwohl Fenster geschlossen gewesen) und uns fragen, sollte ich Unfrieden in der Nachbarschaft stiften und die Guardia Civil herbeirufen?
Naja, nach einer schlaflosen Nacht für mich und meine Familie hat man später erfahren, dass jene „Polizei“ eh nicht erschienen wäre, da es sich ja um ein Brauchtum handele. Jedenfalls gedenke ich Anzeige beim „Medio Ambiente de Fuerteventura“ zu erstatten – zumindest wegen der Schweinerei mit der illegalen Müllhalde.
Warum verstehen die Canarios, Majoreros und wie sie alle heißen nicht, dass es nicht mehr so laufen kann wie noch vor zehn, fünfzehn Jahren, wo jeder machen konnte, wozu er gerade Lust hatte?
T. Feind
Fuerteventura